Im Fall von Frau W. aus Halle (Saale) und der geheimnisvollen Irto Defi Academy LLC geht es ordentlich zur Sache. Frau W. hat genug von dubiosen Versprechen und zwielichtigen Adressen und hat sich die Rechtsanwälte der Kanzlei Linnemann geschnappt, um ordentlich Dampf abzulassen. Und wie es aussieht, gibt es eine Menge Dampf!
Das Drama beginnt damit, dass die Irto Defi Academy angeblich von einer „Briefkastenfirma“ in New Mexico operiert – so eine, bei der man für 35 Dollar im Jahr Post empfangen kann, aber keine Pakete. Noch spannender: Die Firma hat sich scheinbar schon öfter umbenannt, fast wie ein Superstar, der ständig seine Identität ändert. Heute noch „Defi Power Systems“, morgen schon „LEOL Online Marketing“ – wer weiß, wie sie nächste Woche heißt?
Frau W., die sich auf die wilden Versprechungen von 10 % Rendite pro Monat eingelassen hat (wer würde da nicht neugierig werden?), stellte bald fest, dass diese sagenhaften Gewinne wohl eher Wunschdenken als Realität waren. Die Defi Academy pries ihr Finanzmodell jedenfalls so an, als würde sie bald im Geld schwimmen wie Dagobert Duck. Doch statt im Geld landete Frau W. im Rechtsstreit.
Und es kommt noch besser: Die Webseite der Defi Academy wirbt in fast schon nostalgisch veralteter deutscher Sprache und benutzt Cookies, die nicht nur die Nerven, sondern auch die Datenschutzgesetze ordentlich knacken. Ein echtes Erlebnis für alle, die das Internet der 90er-Jahre vermisst haben.
Die Anwälte von Frau W. fordern nun Antworten auf einige brennende Fragen: Gibt es diese „Akademie“ überhaupt, und wenn ja, was zum Teufel machen die eigentlich genau? Und wer ist dieser mysteriöse Herr Thorsten Koch, der sich als „Finanzgenie“ inszeniert und eine Rendite von 210 % in drei Jahren verspricht? Ist er ein waschechter Finanz-Guru oder doch nur der freundliche Verkäufer von Luftschlössern?
Frau W. bleibt jedenfalls hartnäckig und lässt sich nicht mit den üblichen Tricks abspeisen. Sie will Klarheit – und wenn nötig, geht sie dafür bis vors Gericht. Die Irto Defi Academy sollte sich also besser warm anziehen, denn Frau W. und ihre Anwälte sind auf der Jagd nach Antworten – und wer weiß, vielleicht auch nach einer saftigen Entschädigung.
Bleibt abzuwarten, ob die Irto Defi Academy nach diesem Rechtsstreit noch irgendeinen Namen hat.