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Sudan: Mehr als 300.000 Menschen durch Fluten betroffen – Humanitäre Krise verschärft sich

Hans (CC0), Pixabay

Im Sudan sind laut dem UNO-Nothilfebüro (OCHA) etwa 317.000 Menschen von den verheerenden Überschwemmungen nach heftigen Regenfällen betroffen. Seit Juni haben die Wassermassen etwa 118.000 Menschen obdachlos gemacht, so der jüngste Bericht von OCHA.

In mehreren Bundesstaaten, darunter Norddarfur, Westdarfur und River Nile, hat der über die Ufer getretene Nil zusätzlich zu den Überschwemmungen gefährliche Giftschlangen und Skorpione auf Straßen und Felder gespült. Das stehende Wasser erhöht zudem das Risiko der Ausbreitung von Krankheiten erheblich.

Das sudanesische Gesundheitsministerium meldete kürzlich einen Choleraausbruch, bei dem bisher mehr als 500 Menschen erkrankt sind und 27 Todesfälle zu beklagen sind. Die Gesundheitskrise verschärft sich angesichts der schlechten hygienischen Bedingungen und der stagnierenden Hilfslieferungen.

Verschärfung der humanitären Krise

Die Überschwemmungen tragen zur weiteren Verschlechterung der ohnehin kritischen humanitären Lage bei. Das Land ist seit über 500 Tagen in einen blutigen Machtkampf zwischen dem De-facto-Machthaber Abdel Fattah al-Burhan und seinem früheren Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo verstrickt, was laut UNO zur größten Flüchtlingskrise der Welt geführt hat. Über zehn Millionen Menschen wurden bereits vertrieben oder sind geflohen, und die Gefahr einer Hungersnot wächst stetig.

In Norddarfur, wo seit Monaten heftige Kämpfe stattfinden, sind nun auch die überfüllten Flüchtlingslager von den Überschwemmungen betroffen. Hilfsorganisationen warnen, dass die unpassierbaren Straßen den Transport dringend benötigter Lebensmittel und medizinischer Hilfsgüter massiv behindern oder sogar unmöglich machen könnten. Die Kombination aus bewaffnetem Konflikt, Naturkatastrophe und Gesundheitskrise stellt das Land vor eine der größten humanitären Herausforderungen seiner Geschichte.

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