Aufgrund der äußerst schlechten Versorgungslage drängt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) darauf, die Hilfe für die Menschen im Gazastreifen sofort auszudehnen. Ein Sprecher der WHO in Genf erklärte heute, dass Hunderte von Lastwagen mit dringend benötigten Gütern bereits am Grenzübergang Rafah bereitstehen.
Der WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte: „Die gesamte Logistik ist bereit, die Konvois sind einsatzbereit, und die Lieferungen sind verfügbar. Was noch fehlt, ist der Zugang.“ Laut aktuellen UNO-Zahlen sind seit dem Angriff der islamistischen Hamas auf Israel vor einem Monat insgesamt 500 Lastwagen in den Gazastreifen gelangt. Es wird jedoch berichtet, dass täglich 500 solcher Ladungen benötigt werden.
Israel hat bislang eine umfassende Öffnung des Grenzübergangs Rafah für Hilfslieferungen abgelehnt, aus Angst, dass die Waren in die Hände der Hamas gelangen könnten. Angesichts der anhaltenden Kämpfe sind mehr als die Hälfte der Bevölkerung des Gazastreifens in den Süden des abgeriegelten Küstengebiets geflohen und benötigt dringend Unterstützung.
EU sendet weitere Hilfe in den Gazastreifen
Die Europäische Union (EU) hat in der Zwischenzeit weitere Flugzeuge mit fast 115 Tonnen Hilfsgütern für die Menschen im Gazastreifen entsandt. Heute sind zwei Flugzeuge – eins aus Ostende, Belgien, und eins aus Dubai, Vereinigte Arabische Emirate – in Ägypten nahe dem Grenzübergang Rafah gestartet, wie die EU-Kommission mitteilte.
Die Fracht aus Ostende enthält hauptsächlich Medikamente. Das Flugzeug aus Dubai transportiert unter anderem Kühlschränke und Container, die für die Verarbeitung der ankommenden Hilfsgüter in Ägypten und Gaza wichtig sind.
Mit diesen beiden Flügen erhöht sich die Gesamtzahl der EU-Hilfsflüge in den Gazastreifen auf acht, wie von der EU-Kommission angegeben. Es sind weitere Flüge in Planung. Bisher wurden mehr als 320 Tonnen humanitärer Hilfsgüter transportiert.