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Geldanlagen im Internet

styles66 (CC0), Pixabay

diebewertung.de: Guten Tag, Frau Bontschev. Immer wieder hören wir von Warnungen vor dem Abschluss von Geldanlagen im Internet und am Telefon. Das LKA Baden-Württemberg hat sogar von steigenden Fallzahlen berichtet. Wie schätzen Sie diese Entwicklung ein?

Bontschev: Guten Tag. Es ist korrekt, dass wir aktuell einen Anstieg von Betrugsfällen im Bereich der Online-Geldanlagen beobachten. Hier werden den Anlegern oft hohe Gewinne in Aussicht gestellt, die sich später als illusorisch und betrügerisch erweisen.

diebewertung.de: Welche Versprechen werden den Anlegern typischerweise gemacht und wie operieren die Betrüger?

Bontschev: In vielen Fällen locken die Täter mit Anlagen, die mit festgelegten Laufzeiten, garantierten Zinsen und verlockenden Willkommensprämien werben. Diese Prämien sind meist an den Anlagebetrag gekoppelt. Leider werden die eingezahlten Gelder oft nicht wie versprochen investiert, und die Anleger erhalten weder die Zinsen, die Prämien noch ihre ursprünglichen Investitionen zurück.

diebewertung.de: Gibt es spezifische Geldanlagen, die besonders betroffen sind?

Bontschev: Zunächst haben sich viele Betrüger hinter zweifelhaften Tradingplattformen versteckt. Aber mittlerweile sind selbst vermeintlich sicherere Anlagen, wie Tages- und Festgelder, nicht mehr vor Betrug gefeit. Hier geben sich die Betrüger oft als Vermittler bekannter Banken aus und bieten Formulare an, die auf den ersten Blick seriös erscheinen.

diebewertung.de: Was sollten Anleger tun, die bereits Opfer geworden sind?

Bontschev: Obwohl die Möglichkeiten, verlorenes Geld zurückzuerhalten, oft begrenzt sind, gibt es dennoch immer wieder erfolgreiche Ermittlungen. Daher rate ich jedem, der Opfer geworden ist, den Fall zur Anzeige zu bringen und vor zukünftigen Investitionen genau zu prüfen, wem sie ihr Geld anvertrauen.

diebewertung.de: Junge Anleger werden verstärkt über Social Media angesprochen. Wie können sie sich schützen?

Bontschev: Vorsicht ist besonders bei der Kontaktaufnahme über Messengerdienste geboten. Hier bauen die Täter zuerst Vertrauen auf, um dann kleinere Beträge zu fordern, mit dem Versprechen schneller, hoher Gewinne. Oft fliegt der Betrug erst auf, wenn die Auszahlung der versprochenen Gewinne verlangt wird.

diebewertung.de: Haben Sie zum Abschluss noch Tipps für unsere Leser?

Bontschev: Absolut. Informieren Sie sich immer gründlich, bevor Sie investieren. Seien Sie skeptisch bei Angeboten, die ungewöhnlich hohe Renditen versprechen, und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Sollten Sie unsicher sein, suchen Sie Rat bei Experten, wie Verbraucherzentralen, Testinstituten oder Ihrer Hausbank.

diebewertung.de: Frau Bontschev, wir danken Ihnen für das Gespräch und Ihre wichtigen Hinweise!

Bontschev: Gern geschehen! Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung.

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