Erste Deutsche Energie Genossenschaft eG – Viele Fragen!

Die erste Bilanz der o.g. Genossenschaft (s.u.) ist relativ bescheiden; aber jeder hat nun einmal klein angefangen. Was macht eigentlich eine Energie-Genossenschaft? Ist die Rechtsform überhaupt richtig? Es wird schließlich Geld gesammelt und es gibt ein Zinsversprechen.

Nun gut, die Altersvorsorgegenossenschaft eG in Potsdam bekam ähnliche Fragen gestellt und musste die Satzung dann ändern, weil es sich überhaupt nicht um einen Zusammenschluss nach dem Genossenschaftsgedanken handelte, sondern darum, Gelder mit hohen Zinsversprechen einzusammeln.

Ansonsten stellen sich schon weitere Fragen, die beantwortet werden müssen.

Auf der Internetseite findet der kundige Leser folgendes Team:

„Hier stellt sich unser (nebenamtlicher) Vorstand vor

Johannes Reinders

Vorstand, Diplom-Physiker

reinders@edegeg.de

Dietmar Schmuck

Vorstand,

schmuck@edegeg.de

Im Genossenschaftsregister heißt es allerdings, dass nur Johannes Reinders Vorstand sei. Die Satzung bestimmt demgemäß, dass zwei Personen im Vorstand sein müssen.

Im Flyer wird vollmundig um Vermittler geworben, die aktiv unterstützt werden:

1. Sie haben mit der EDEG einen attraktiven „Türöffner“ für Akquisegespräche.
Wenn die Kunden nicht von allein kommen, bedarf es einer „Speerspitze“ oder einer
außergewöhnlichen Idee, um –auch bildlich gesehen – „einen Fuß in die Tür zu bekommen. Wir stellen fest – das Angebot der EDEG interessiert die
Menschen.
2. Sie stellen ein Investment mit Mindestverzinsung plus Gewinnbeteiligung vor.
Hohe Sicherheit und gleichzeitig hohe Rendite, das wollen die meisten Anleger. Die EDEG hat ein Angebot, das beiden Kriterien gerecht wird.
3. Sie erhalten eine fundierte Ausbildung in Fachwissen und VerkaufsgesprächsFührung!
Drei Faktoren bestimmen über den Erfolg eines Verkaufsgespräches: Sachkompetenz, Beratungskompetenz und Beziehungskompetenz. Wir erklären Ihnen sehr genau, was wir machen und wie Sie herausfinden, ob es für Ihre
Gesprächspartner passt.
4. Sie können eine regelmäßige Vertriebsunterstützung nutzen.
Die wichtigen Geschäfte werden auch im SocialMedia-Zeitalter nicht über Facebook, sondern immer noch „face-to-face“ gemacht. Wir unterstützen Sie vor Ort persönlich in Ihrer Akquise und beim Abschluss Ihrer Geschäfte.
5. Sie beziehen ein einmaliges Werbehonorar plus Betreuungshonorar.
Werbende Mitglieder erhalten eine Honorarzahlung bei Eintritt des Mitgliedes und zusätzlich bei Verlängerung der Mitgliedschaft ein jährlich wiederkehrendes Betreuungshonorar für alle geworbenen Mitgliedschaften.

Mindestzinsen und weitere Steigerungen? Wirtschaftlich möglich oder juristisch zulässig?

Die Mitglieder erhalten für die heutigen Zeiten üppige Versprechen:

  • Mindestverzinsung von 3,0% auf die erbrachte Einlage,
  • Erhöhung auf 3,5% nach dem 3. Jahr,
  • Beteiligung an den Gewinnen der EDEG nach der Mindestbeteiligungsdauer von 3 Jahren (plus laufendes Jahr)
  • weitere geldwerte Vorteile für investierende Mitglieder (im Rahmen unseres Mitgliederförderprogramms)

Seit wann ist ein solches Werbeversprechen bei Genossenschaften möglich? Die Beitrittserklärung und die AGB versprechen eine Verzinsung, ohne dass die Satzung diese Verzinsung zulässt. Oder haben wir etwas überlesen? Jedenfalls verlangt § 21a Genossenschaftsgesetz eine klare Regelung in der Satzung.

Beitrittserklärung_der_EDEGAGB_und zusätzliche Hinweise_EDEG
Und hier die aktuelle Bilanz:

Erste Deutsche Energie Genossenschaft e.G.

Hamburg

Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 08.02.2017 bis zum 31.12.2017

Bilanz

Aktiva

31.12.2017
EUR
8.2.2017
EUR
A. Umlaufvermögen 39.844,29 0,00
I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 1.414,78 0,00
II. Kassenbestand, Bundesbankguthaben, Guthaben bei Kreditinstituten und Schecks 38.429,51 0,00
Bilanzsumme, Summe Aktiva 39.844,29 0,00

Passiva

31.12.2017
EUR
8.2.2017
EUR
A. Eigenkapital 34.482,36 0,00
I. Geschäftsguthaben der Genossen 60.300,00 0,00
1. der verbleibenden Mitglieder 60.300,00 0,00
rückständige fällige Einzahlungen auf Geschäftsanteile vermerkt -35.200,00 0,00
II. Jahresfehlbetrag 25.817,64 0,00
B. Rückstellungen 1.000,00 0,00
C. Verbindlichkeiten 4.361,93 0,00
davon mit Restlaufzeit bis 1 Jahr 4.361,93 0,00
Bilanzsumme, Summe Passiva 39.844,29 0,00

Anhang

A. Allgemeine Angaben zur Genossenschaft und zum Jahresabschluss

Die EDEG Erste Deutsche Energie Genossenschaft eG hat ihren Sitz in Hamburg und ist eingetragen in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Hamburg
Die Erstellung des Jahresabschlusses für das Geschäftsjahr vom 08. Februar 2017 bis zum 31. Dezember 2017 erfolgte nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches (HGB) in der Fassung des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetz (BilRUG) sowie den ergänzenden Vorschriften des Genossenschaftsgesetzes und der Satzung.
Die Gesellschaft erfüllt die Größenmerkmale einer Kleinstgenossenschaft nach
§ 336 Abs. 2 Satz 3 HGB.
Gegenstand des Unternehmens ist

a. Projektierung, Bau, Betrieb, Finanzierung und Zwischenfinanzierung und weitere Investitionen in Photovoltaikanlagen und anderen Projekten aus dem Umfeld Erzeugung und Nutzung erneuerbarer Energien und deren Speicherung und Vermarktung;

b. Beratung im Umfeld erneuerbarer Energien und der Finanzierung derartiger Projekte, jedoch keine Steuer- und/oder Rechtsberatung.

B. Erläuterungen zu den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden
Bei der Bewertung wurde von der Fortführung des Unternehmens ausgegangen.
Bei Aufstellung der Handelsbilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung wurden folgende Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden angewandt:
Die Sachanlagen werden mit den Herstellungs- bzw. Anschaffungskoten und, soweit nutzbar, unter Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen bewertet. Bewegliche Anlagegegenstände und Betriebsvorrichtungen werden linear abgeschrieben.

Die Bewertung der Forderungen und sonstigen Vermögensgegenstände erfolgt zum Nennwert.

Die Rückstellungen werden in Höhe des Betrages gebildet, der nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendig ist, um alle am Bilanzstichtag erkennbaren Risiken und ungewisse Verbindlichkeiten zu erfüllen. Der Ansatz erfolgt mit dem Erfüllungsbetrag.

Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag am Bilanzstichtag angesetzt.

C. Erläuterungen zur Bilanz und zur Gewinn- und Verlustrechnung
Alle in der Bilanz ausgewiesenen Forderungen haben eine Restlaufzeit von weniger als einem Jahr.
Die unter dem Posten „Eigenkapital“ ausgewiesenen Geschäftsguthaben gliedern sich wie folgt:

Geschäftsguthaben EUR
a) der verbleibenden Mitglieder 95.500,00
b) rückständige fällige Pflichteinzahlungen auf Geschäftsanteile 35.200,00

Eine Haftsummenverpflichtung besteht nicht.

Die sonstigen Rückstellungen (1.000,00 Euro) wurden gebildet für die anfallenden Aufwendungen zur Erstellung des Jahresabschlusses zum 31.12.2017.

Sämtliche Verbindlichkeiten haben eine Laufzeit von weniger als einem Jahr.

D. Sonstige Angaben

1. Arbeitnehmer
Es wurden im Geschäftsjahr 2017 zwei Arbeitnehmer beschäftigt.

2. Mitgliederbewegung

Zahl der Anzahl der
Mitglieder Geschäftsanteile

Anfangsbestand 0 0
Zugang 29 955
Abgang 0 0
Endbestand 29 955

In 2018 haben drei Genossenschaftsmitglieder mit insgesamt 121 Anteilen ihre Kündigung eingereicht. Gem. Satzung (§ 7 (3)) ist eine Kündigung in den ersten drei Jahren nach Beitritt ausgeschlossen, sodass diese Kündigungen erst mit Ablauf des 31.12.2021 wirksam werden.


3. Mitglieder des Vorstandes :

Herr Olaf Hartke (02/2017 bis 01/2019)
Frau Doris Willmer (02/2017 bis 12/2018)
Herr Horst Marn (von 06/2018 bis 12/2018)
Herr Johannes Reinders (seit 01/2019)

Forderungen gegen Vorstandsmitglieder bestehen am Bilanzstichtag nicht.

4. Mitglieder des Aufsichtsrates

Aufsichtsrat

– Vorsitzender: Siegbert Lilienkamp (seit 02/2017)

weitere Mitglieder:

– Ove Burmeister (seit 02/2017)
– Jürgen Möller-Nehring (von 02/2017 bis 06/2018)
– Jürgen Knoop (von 06/2018 bis 12/2018)
– Manfred Graff (seit 06/2018)

Forderungen gegen Aufsichtsratsmitglieder bestehen am Bilanzstichtag nicht.

5. Name und Anschrift des zuständigen Prüfungsverbandes

Deutsch-Europäischer Genossenschafts- und Prüfungsverband e.V.
Wasserstadt 16-18

06844 Dessau-Roßlau

sonstige Berichtsbestandteile
gez. 18.03.2019 Hamburg, J.Reinders

Angaben zur Feststellung:
Der Jahresabschluss wurde am 18.03.2019 festgestellt.

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