Kein Porno geschaut und trotzdem bezahlen?

Die unbekannten Absender schreiben an offenbar wahllos ausgewählte Empfänger, dass sie deren Webcam gehackt und sie beim Pornogucken und „sexuellen Handlungen an sich selbst“ gefilmt hätten. Nur wenn die Empfänger einen gewissen Betrag in Bitcoins überweisen, könnten sie verhindern, dass die Filme an Familien und Freunde weitergegeben oder veröffentlicht würden.

In einer anderen Version behaupten die Absender, sie hätten den Computer des Empfängers mit einer Software infiziert, die pornografische Dateien gefunden hätte und drohen damit, Freunde und Familienmitglieder darüber zu informieren. Manchmal hängen auch Dateien an diesen Erpressungsnachrichten, die keinesfalls geöffnet werden sollten! Denn sie beschädigen sehr wahrscheinlich das Gerät des E-Mail-Empfängers.

Persönliche Daten sollen Druck erhöhen

Das Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW erhält seit Monaten immer wieder zahlreiche solcher E-Mails. In einigen wollen die Kriminellen durch echte Passwörter oder Handynummern der Empfänger den Druck noch erhöhen. Auch Postanschriften ihrer Empfänger bauen die Absender in die E-Mails ein. Solche Methoden sind schon länger von anderen Spam-Mails bekannt, stammen in der Regel aus geknackten Datenbanken oder den Käufen von Datensätzen und haben nichts mit den Behauptungen in den E-Mails zu tun.

In jüngster Zeit sind die Empfänger offenbar sogar selbst die Absender der Nachrichten. Das erklären die Erpresser im Text damit, dass sie einen Virus installiert hätten, der den Zugriff aufs E-Mail-Konto ermögliche. Auch das ist in der Regel eine frei erfundene Behauptung.

Behauptungen sind in der Regel falsch

Experten der Polizei ist bislang kein Fall bekannt, in dem die Behauptungen wahr wären. So teilte das Landeskriminalamt Rheinland-Pfalz schon im Mai 2018 mit: „Bei den Drohmails handelt es sich um einen Massenversand an beliebig ausgewählte Adressaten.“

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