Geldanlage

Die Zinsen sind nach wie vor im Keller. Wer sein Geld zur Bank trägt, muss entweder zusehen, wie dieses schrittweise der Inflation zum Opfer fällt, oder muss in riskantere Anlageformen wie Fonds investieren. Was aber tun, wenn man weder auf Gewinne scharf ist, die mit hohem Risiko erkauft werden, noch zusehen möchte, wie das Ersparte Jahr für Jahr weniger wird?

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Wer sein Geld aufs Sparbuch legt, bekommt dafür Zinsen von der Bank. Eine Binsenweisheit, die heutzutage schon etwas antiquiert anmutet. Zinsen auf Sparbüchern waren aber lange Zeit zumindest hoch genug, um damit die Inflationsrate abdecken zu können. Das Geld wurde zumindest nicht weniger. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Derzeit sei ein Inflationsausgleich ohne Risiko leider nicht möglich, sagt Bernd Lausecker, Finanzexperte beim Verein für Konsumenteninformation (VKI).

Experte: Momentan nicht länger als zwei Jahre binden

Zwar könnte man das Geld langfristig binden, etwa bei einem Bausparvertrag, um über die Jahre hinweg langsam ein halbwegs ordentliches Zinsniveau aufzubauen. Davon rät der Experte aber im Moment ab. Mittlerweile gebe es erste Anzeichen dafür, dass das Zinsniveau bald wieder steigen könnte, meint Lausecker. Wer sich nun einen Fixzinssatz über fünf oder zehn Jahre einhandle, könnte damit im Moment genau die falsche Entscheidung treffen. Der Finanzexperte empfiehlt derzeit eher kurz- bis mittelfristig zu veranlagen. Länger als zwei Jahre sollte man sich nicht binden, so Lausecker. Bis dahin könne man zumindest abschätzen, ob die Zinsen wieder steigen.

Wer sein Erspartes halbwegs sicher anlegen möchte, dem bleibe nach wie vor nichts anderes übrig, als zu streuen, so der Experte. Einen Teil des Vermögens sollte man wirklich sicher anlegen, etwa in verzinsliche Produkte bei der Bank. Einen anderen Teil könne man dann in Anlagen investieren, die die Möglichkeit bieten, eine höhere Rendite zu erzielen, wie beispielsweise Fonds.

Anlegerprofil überlegt ausfüllen

Letzten Endes wird man um den Besuch beim Bank- beziehungsweise Finanzberater nicht herumkommen. Wer dann Geld veranlagen möchte, muss zunächst ein Anlegerprofil ausfüllen. Dazu stellt der Berater eine Reihe von Fragen. Eine heikle Angelegenheit, denn von der Beantwortung dieser Fragen hängt es schließlich ab, wie riskant beziehungsweise sicher das Kapital veranlagt wird. Diese Fragen sollte man in jedem Fall wahrheitsgemäß beantworten, egal was der Bankberater zu suggerieren versucht, rät Lausecker. Wer jedes Risiko scheut und nicht bereit ist, auch nur kurzfristig Verluste einzustecken, der sollte in jedem Fall auf „Hohe Sicherheit“ im Anlegerprofil setzen.

Für Sparer, die bereits einen Teil ihres Geldes sicher veranlagt haben, sei es jedoch sehr wohl sinnvoll, einen weiteren Teil etwas riskanter anzulegen, um an der Wirtschaftsentwicklung partizipieren zu können, so Lausecker. Leider müsse man in so einem Fall bereits im Anlegerprofil eine hohe Risikobereitschaft bekunden. Dies habe auch Nachteile, da man in der Folge als Laie oft nicht überblicken könne, welcher Teil des Vermögens noch risikoarm veranlagt ist und welcher Teil bereits im hochriskanten Bereich liegt.

Je breiter die Streuung, desto besser

Grundsätzlich gelte: Je höher das zur Verfügung stehende Kapital ist, desto breiter kann man streuen und desto sicherer ist die Anlage. Wer Geld investiert, sollte aber in jedem Fall einen gewissen Betrag sicher geparkt und täglich verfügbar haben. Bei einem Gesamtbetrag von 10.000 Euro beispielsweise sollte man etwa die Hälfte auf ein ungebundenes Sparbuch legen, so Lausecker: „Wenn mein Auto kaputt ist, wenn meine Waschmaschine über den Jordan geht, dann muss ich ja kurzfristig an Geld heran kommen, weil wenn ich Kredite aufnehme, dann wird es richtig teuer.“

„Unabhängige Finanzberatung zahlt sich aus“

Die restlichen 5.000 Euro könne man denn entweder länger binden oder etwas riskanter investieren, beispielsweise in Fonds. Hier gebe es etliche Möglichkeiten und eine große Auswahl. Das Risiko in solchen Fällen sei – eine kompetente Beratung vorausgesetzt – weitgehend überschaubar, meint Lausecker. Wer sich letztlich für einen Fonds entscheidet, sollte die endgültige Auswahl aber nicht allein dem Berater der Hausbank überlassen. Die Bank habe stets den Nachteil, dass sie primär jene Produkte verkaufen werde, die in ihrem Konzern vorhanden sind. Der Finanzexperte empfiehlt daher dringend, unabhängige Informationen einzuholen. Etwa auf Internetplattformen wie fondsweb, oder indem man einen unabhängigen Finanzberater zuzieht. Hier würden bei einem Beratungsgespräch zwar auf den ersten Blick hohe Kosten fällig – letzten Endes könnten sich diese ein- bis zweihundert Euro jedoch als lohnende Investition herausstellen, so Lausecker.

Quelle:ORF.at

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