Sozialdemokratische Zukunft liegt nicht in der Vergangenheit

Die Sozialdemokratie sucht die Selbstbestätigung für ihre Zukunft noch immer in der Vergangenheit. In anderen Ländern Europas folgen der Sozialdemokratie weniger als 10 Prozent der Wähler. Welche grauen Methoden des Finanzmarkts müssen Parteien eingehen, um mit ihrer Existenz angemessen akzeptiert zu werden? Grau definiert Verhalten mit diffusen Rechtfertigungen, die nur bei inkompetenten Zuhörern Beachtung finden. Das ist der Anlass, die Ursprünge der Ideen zu untersuchen – beginnend am 5. Mai vor 200 Jahren, als Karl Marx geboren worden ist.Dieser Bezug soll aufrichten, begeistern, Ziele setzen. Wir sprechen von den hart Arbeitenden, den Benachteiligten, den Verarmten der Vergangenheit und der Bereitschaft, Dinge klar zu benennen. Sind deutschlandweit fast vier Prozent erwartetes Jahreswachstum – dessen Gewinnverteilung sehr ungleich geschieht – Motivation, sich zu wehren? Erreichte Ziele sind der Niedergang gleichlautender Zielsetzungen aus der Vergangenheit. Benachteiligte, sich körperlich verzehrende Bürger des Landes, müssen gesucht werden. Etwa acht Prozent der deutschen Bevölkerung arbeiten noch körperlich. Und die im Kohlebergbau? 1987 wurde die letzte Steinkohlenzeche im Ruhrgebiet geschlossen. Die letzte aus der Vergangenheit schließt Ende 2018.

Beschäftigung für Lösungen anstelle von Arbeit aus der Vergangenheit

Graue Strukturen definieren Elemente, deren Nutzen fraglich ist. Virtuelle Taten ohne Bestreben nach Nutzen helfen Wortführern und sichern deren Existenzberechtigung ohne Nutzen für nicht mehr vorhandene Zielgruppen. Die Erreichbarkeit des Traums der Beschäftigung aller in einem Arbeitsverhältnis ist der Niedergang der Motivatoren dafür.

Der Politik wird selten eine Abhängigkeit von Finanzen zugerechnet. Die meisten Bürger hören von Parteienfinanzierungen, die sich an der Gewichtung der Stimmen für die Parteien orientieren. Die erheblichen Verluste an Wählerstimmen vermindern die Finanzen und die Programme der sozial orientierten Parteien. Die Zahl der Menschen, die in der Sozialdemokratie die Zukunft unseres Lebens sehen, vermindert sich stetig. Der Bezug auf Karl Marx hilft hierbei nicht weiter. Dessen Ideen sind andere als die Auffassungen der Empfänger der Nachrichten, die in der Vergangenheit von vermeintlichen Lesern ausgegangen sind. Marx war Anti-Utopist und Philosoph des Kairos (des richtigen Zeitpunkts). Er hat vor übereiltem Handeln von Weltveränderern und vor Hitzköpfen gewarnt (vgl. Neffe, J.; Marx und das Zeitalter des Kapitalismus – 2018-05-02).

Grundlagen der Entwicklungen aus dem Grau der Vergangenheit

Marx hatte Gleichberechtigung, nicht aber Angleichung im Verhältnis der Menschen zueinander gefordert. Das war radikal genug, um ihn zur Ausreise nach England zu zwingen. Er wollte den Menschen mehr Rechte geben. Das war für die damalige deutsche Staatsführung spektakulär und gefährlich genug. Ihm ging es um die Freiheit des Einzelnen als Voraussetzung für die Freiheit aller. Der umgekehrte Weg sollte es nicht sein. Gleichmacherei war nicht die Zielsetzung von Marx. Er wollte, dass jeder nach seinen Fähigkeiten, jeder nach seinen Bedürfnissen in einer Leistungsgesellschaft soziale Errungenschaften nutzen kann.

Übertragen auf die heutige Zeit hat Marx sein Ziel wohl erreicht. Es besteht kein Bedarf mehr, schwerwiegende Belastungen von Menschen zu entfernen, da diese in dem damals bekannten Umfang nicht mehr existieren. Dies betrifft allerdings noch nicht die ganze Welt.

Die Natur als Grundlage ertragreicher Beschäftigung

Evolution ist nicht nur in der Biologie bekannt. Menschen vertiefen ihre Kooperationen in ähnlichem Sinn. Die Basis für Problemstellungen während der Industrialisierung lag in der Beschäftigung und Ausnutzung der Menschen. Kohleförderung in Zechen und im 20. Jahrhundert an den Fließbändern der Fabriken belasteten Fähigkeit und Gesundheit der Arbeiter. Diese mussten entlastet werden. Vielen ist nicht bekannt, dass sie es in Deutschland seit langem sind. Es lässt sich der Eindruck nicht verwischen, dass den Organisatoren der Sozialdemokratie dieses nicht immer gegenwärtig ist. Sie meinen, dass das Verwischen von „Grau“ die Präsentation von „Rot“ ergibt.

Kohlenzechen sind geschlossen; Fließbänder, an denen Arbeiter agieren, gibt es in den meisten Fabriken nicht mehr. Entsprechend vermindern sich die Interessen, soziale Leistungen zu erkämpfen. Es gibt sie bereits. Die Digitalisierung ist kein Grund, soziale Ansprüche zu fordern. Vielmehr haben die meisten Menschen gelernt, dass nicht nur die Ansprüche der Digitalisierung, sondern auch die eigenen gestiegen sind. Daraus resultieren höhere Einkünfte.

Wir können diese neuen Wege differenzieren und mehr als das fordern, was uns gewährt wird. Der Anteil dieser Menschen verkleinert sich stetig. Heute entwickeln sie Lösungen anstelle von Materialien (vgl. Lengfeld, H.; Institut für Soziologie, Uni Leipzig beim Königsteiner Forum – 2018-05-07). Das Idealbild unseres heutigen Zusammenlebens wäre mit den Theorien der Literatur nie zu erreichen gewesen. In der Folge ergibt sich die ungewisse Feststellung:

Seele wandert in Sachen, Sachen erzeugen Zwänge, Zwänge verformen Seele (Neffe ebda.). Sobald dieser Teufelskreis ausgeschaltet ist, verlieren die Gedanken an den Sozialismus ihren Sinn. Das Fehlen des Anspruchs an körperliche Leistungen durch andere (Arbeitgeber, Auftraggeber) erwägt eigene Initiativen. Nur kurze Zeit verbleibt die Furcht, dass Neuerungen die bisherigen Arbeitsplätze vernichten. Letzteres ist richtig. Im Sinne der Evolution wachsen neue heran. Das alleinige Verständnis des Ruhrgebiets zur Förderung von Steinkohle gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr. Dessen Bewohner haben andere Wünsche und Ziele.

Beschäftigung ohne Arbeitsplätze der Vergangenheit

Der „kleine Mann“ mit der Tendenz niedriger Bildung sucht Alternativen als Protestwähler ohne den Hintergrund wirtschaftlicher Interessen. Die seit dem Jahr 2014 anders als in der Vergangenheit empfundene Sicherheit des Arbeitsplatzes öffnete die neue Form des nicht zwingend parteiorientierten Protests (vgl. Lengfeld ebda.)

Die Quellen der Abstiegsängste sind in allen Regionen Zentraleuropas versiegt. In dem als Boom empfundenen Zeitraum nach der Wiedervereinigung sind sie bis zum Jahr 2007 angestiegen. Im Jahr 2008 kam es zur Finanzkrise. Das Phänomen ist in allen Schichten, die seit dem Jahr 2009 soziologisch erfasste stetige Verminderung der Angst den Arbeitsplatz zu verlieren. Die als Messergebnis ausgewiesene mathematische Quote wurde 2016 nahe Null ausgewiesen (vgl. Lengfeld ebda.). Sozialdemokratisch orientierte Parteien – groß in der Vergangenheit – verlieren in der EU seit dem Jahr 2010 stetig Stimmanteile (s. o. zur Evolution).

Das Vernichten von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung und in der Folge durch Künstliche Intelligenz ist keine Gefahr, sondern eine Herausforderung an Menschen sich selbst zu finden. Die Evolution führt uns zu neuen Gedanken und neuen Wegen. Die neue Art des Lebens führt uns aufgrund unseres natürlichen Anspruchs zur Verbesserung unserer Lebensformen – wie in der Evolution seit Jahrtausenden! Die Vorgaben ändern sich stetig. Im Nachhinein glaubt jeder Arglose seinen farbigen Weg gefunden zu haben, während andere im Grau verharrten. Beim Blick zurück sind diese dort nicht mehr zu finden – Kohlezechen aus dem 19. Jahrhundert, Fließbänder aus dem 20. Jahrhundert ebenso wenig! Unsere neuen Farben bleiben bestehen. Wir leben.

Fazit

Die Antwort auf die Existenz der Roboter bringt nichts Neues. Sie und von ihnen geschaffene Gebilde sind vorhanden, erleichtern unsere Aufgaben und erhöhen die Zahl der qualifizierten Arbeitsplätze. An Fließbändern sind Menschen unerwünscht. Unsere Mitmenschen haben mehr Zeit für sich und andere. Einfacher strukturierte Zuwanderer – meist aus den Balkanstaaten der EU oder deren Nachbarländern – finden unbesetzte Jobs. Bisher niedrige Einkünfte steigen am stärksten. Die Globalisierung hat einen neuen Gesellschaftsvertrag mit Urban Gardening geschaffen. We have to learn by doing.

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