Sind Dividenden-ETFs aus Indexfonds als Anlage empfehlenswert?

Der Zinssatz auf dem Sparkonto kann niedrig sein. Dividenden vermittelnde Aktienarten haben Deutsche in der Niedrigzinsphase erwärmen können. Nicht die Wertsteigerung von Aktien motiviert, sondern für Anleger die Auszahlung hoher jährlicher Ausschüttungen. Fachleute meinen, dies als Dividenden-ETF zu definieren. Die gedankliche Auffassung deutscher Anleger bezieht sich auf die Kurzfristigkeit. Anzustreben ist das, was sichtbar ist. Hoffnungen werden als später angenehmer Gewinn verstanden.Finanzbranche und Dividenden-ETF

Die Finanzbranche hat dieses Interesse des Anlegerdurchschnitts aufgegriffen und mit dem Trend des populären Indexfonds (ETF) kombiniert. ETF bilden die Wertentwicklung der Aktienindices deckungsgleich ab. Die Marketingabteilungen der Fondsgesellschaften erwarten, dass Dividenden-ETF für sich genommen die Anleger bewegen. Welche Verbesserung der Qualität wird erreicht, wenn Dividenden-ETF als sichere Einnahmen zu erwarten sind? ETF dieser Art werden häufig aufgelegt. DWS hat drei neue Dividenden-ETF vorgestellt.

Wenn gute Geschäfte in der Branche getätigt werden, muss das kein lohnendes Investment für Anleger sein. Die Quirin Privatbank hat geprüft, was die ETF in der Praxis für die Anleger Nützliches erzeugen. Die Wertentwicklung der Dividendenbarometer wurde mit der bekannter Aktienindizes verglichen. Dem DAX wurde der Div-Dax gegenübergestellt, zu dem 15 Dax-Konzerne gehören, die Dividenden zahlen. Das Weltaktienbarometer MSCI World mit der Abbildung von Wertentwicklungen wichtiger Aktien aus 23 Industrieländern musste sich mit dem dazugehörigen Dividendenindex, dem MSCI World High Dividend, messen. Der Vergleich war auf lange Zeiträume anzusetzen. Experten haben die Wertentwicklung der vergangenen zehn Jahre betrachtet.

Dividenden-ETF Gestaltungen

Für Anleger fällt das Ergebnis der Untersuchung entmutigend aus. Wer sein Kapital in Dividenden-ETF investiert hat, konnte bisher keine großen Gewinne verzeichnen. In den meisten Kategorien haben die bekannten Aktienbarometer besser abgeschnitten als ihre Pendants der Dividenden. In Deutschland ist der Unterschied überschaubar: Der Dax kam bei Betrachtung der vergangenen zehn Jahre auf eine Rendite von 5,8 Prozent im Jahresdurchschnitt. Der Div-Dax liegt mit 5,6 Prozent nur knapp dahinter.

Die Differenz zum MSCI World ist deutlicher. Der Index erzielt für die vergangenen zehn Jahre jeweils 8,8 Prozent: Der MSCI World High Dividend erreicht nur 6,9 Prozent. In Europa ist der Abstand gewaltig: Der Euro Stoxx 50 hat in den vergangenen zehn Jahren keine berauschende Wertentwicklung vorgelegt. Mit 2,3 Prozent ist er im Vergleich zum Euro Stoxx Select Dividend um 1,5 Prozentpunkte besser (Kremer, D.; FAZ 2018-04-22) .

Anlagevergleiche

Sind diese Unterschiede über die Dividendenentwicklung zu erklären? Dividendenindizes haben ein grundsätzliches Konstruktionsproblem. In ihnen finden sich weniger Aktiengesellschaften als in den bekannteren Aktienbarometern. Der Dax hat 30 Mitglieder. Der Div-Dax verfügt nur über die Hälfte. Der MSCI World verweist auf 1600 Aktiengesellschaften. Der MSCI World High Dividend zählt lediglich rund 280.

Der Euro Stoxx 50 zählt 50 Titel. Der Euro Stoxx Select Dividend kommt nur auf 30 Titel. Die Anleger investieren in weniger Aktien, wenn sie ETF wegen der Dividenden kaufen – das Kapital ist nicht so breit gestreut. Es gibt weitere Probleme: Verteidiger der Dividenden-ETF argumentieren, dass Dividendenaktien ja nicht die höchste Wertentwicklung erzielen müssen. Sie schwanken allerdings weniger stark im Kurs. Das ist nicht zwingend der Fall, wie die Analyse zeigt. Dividendenindizes schwanken stärker als die bekannten Aktienbarometer.

Dieser Effekt hat mit einer weiteren Schwierigkeit zu tun: In die Dividendenindizes werden nur Aktien mit der höchsten Dividendenrendite aufgenommen. Der Div-Dax definiert sich so. Wer einsteigen möchte, versucht eine Verbindung im Verhältnis der zuletzt gezahlten Dividende eines Unternehmens zu dessen Aktienkurs herzustellen (vgl. Kremer ebda.).

Fazit

Die Dividendenrendite kann hoch bleiben, wenn der Aktienkurs einer Firma fällt. Das Unternehmen kann seine Dividende auf konstant hohem Niveau halten. Es gibt Indexanbieter, die versuchen dies zu umgehen. Dazu nehmen sie nur solche Firmen auf, die ihre Dividende über Jahre hinweg leicht erhöhen und deren Aktienkurse wenig schwanken. Aber auch als „Dividenden-Aristokraten“ bezeichnete Barometer überzeugen meist nicht. Die Quirin Privatbank rät ihren Kunden generell davon ab, in Dividenden-ETF zu investieren. Auf den Ratschlag sollte gehört werden.

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