Abzocke mit Gewinnspielen

Immer wieder müssen wir warnen vor Abzocken mit Gewinnspielen. Und immer wieder sind wir überrascht, dass sich diese Masche hält. Da man auch immer wieder neue Berichte von Geschädigten im Internet findet, scheint es sich für die Betreiber ja zu lohnen. Es ist erstaunlich, dass manche Menschen glauben, etwas gewonnen zu haben, obwohl sie an keinem Preisausschreiben teilgenommen haben! Meistens stammen die Gewinne aus Veranstaltungen im Ausland. Natürlich, denn in Deutschland ließen sich Kosten für den Transfer, Steuern, Notar -und Rechtsanwaltsgebühren usw. nicht so einfach plausibel vermitteln. Aber bei der Aussicht auf einen hohen Geldgewinn, zahlen viele angeblichen Gewinner gerne.

Auch wir erhalten solche Gewinnbenachrichtigungen oft in unsere Redaktion, schieben diese Mails aber sofort in den Spam-Ordner, wo sie hingehören. Aus Interesse haben wir aber einmal auf eine derartige Mail geantwortet und innerhalb einer Viertelstunde rief uns eine Frau zurück und gratulierte uns herzlich zu unserem Gewinn, immerhin 312.000 Euro. Sie gab sich als Ansprechpartner für unseren Fall aus und sollte uns helfen, den Geldtransfer aus Spanien nach Deutschland abzuwickeln. Daher wollte sie unsere genauen Daten mit Kontonummer usw. haben. Wir nannten ihr daraufhin ein paar Phantasiedaten. Sie wies uns noch darauf hin, dass der Geldtransfer nur möglich sei, wenn dies über einen Notar in Madrid laufen würde und zuvor die pauschalen Abgaben auf den Gewinn entrichtet worden seien. Hier würden Kosten von rund 3.200 Euro entstehen.

Nun gut, haben wir dann gesagt, wohin müssen wir das überweisen? Hier gäbe es eine internationale Clearingstelle in Bukarest (!) über die das dann für ganz Europa laufen würde, insofern sollen wir uns nicht wundern, dass es sich um die Daten einer rumänischen Bank handelt. Die Frau vermittelte alles recht plausibel, so dass man schon darauf hereinfallen kann. Natürlich haben wir kein Geld überwiesen, sondern uns bei einem weiteren Gespräch, bei dem nach der Überweisung gefragt wurde, zu erkennen gegeben. Die bis dahin freundliche Dame fing dann an uns zu beschimpfen und legte mittendrin abrupt den Hörer auf. Gehört haben wir danach nichts mehr.

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