ELG Greencore AG und die Napiergras-Produktion

Per unerwünschten Werbemails für ein Investment in Napiergras macht derzeit die ELG Greencore AG auf sich aufmerksam. Das Liechtensteiner Unternehmen wurde erst am 15. September gegründet und ist im Städtle 1 in 9490 Vaduz angesiedelt. Zweck der AG ist: „Anbau von, Handel mit und Verarbeitung von Pflanzen und pflanzlichen Erzeugnissen auf eigenem und fremdem Boden im In- und Ausland, vornehmlich, aber nicht ausschliesslich, zum Zweck der Bioenergieproduktion, und alle damit verbundenen Tätigkeiten., Die Gesellschaft kann ferner Lizenzen, Patente und Rechte erwerben, verwalten, belasten und veräussern, sich an anderen Unternehmen beteiligen, gleichartige oder verwandte Unternehmen erwerben oder errichten, Finanz- und Handelsgeschäften für eigene Rechnung durchführen sowie Garantien und Bürgschaften für Tochtergesellschaften und Dritte eingehen., Erbringung von Dienstleistungen und Beratungen, Beteiligung, Anlage und Verwertung von eigenen Vermögenswerten inklusive Kauf, Verkauf und Verwaltung von Immobilien., Durchführung aller mit diesem Zweck im Zusammenhang stehenden und vom Verwaltungsrat als für im Interesse der Gesellschaft gehaltenen Finanz- und Handelstransaktionen auf dem eigenen Vermögen.“ (Quelle: http://kundmachungen.li/AktuellsteNeugr%C3%BCndungen/Details?nr=FL00025561810&Firma=ELG+Greencore+AG&ort=Vaduz&datum=15.09.2017)

Geschäftsführer ist der Slowene Zoran Seruga, der im schweizerischen Rorschach lebt und 2004 mit der Music Family Entertainment Group GmbH in Insolvenz ging.

Das als Investment angebotene Napiergras wird in subtropischen Gegenden als Futtergras und zur Gewinnung von Biotreibstoff angebaut und auf diese Schiene will greencore aufspringen. Was prinzipiell eine zu befürwortende Idee ist, erscheint in diesem Investment als ein hohes Risiko, da kaum Informationen über das Vorgehen des Unternehmens zu finden sind. Lediglich in der Spam-Mail wird auf ein Minimum-Investment von 4.500 CHF hingewiesen, was einem Viertelhektar entspräche. Pro Hektar liege der finanzielle Ertrag bei jeder Ernte – alle sechs Monate – bei 2.650 CHF. Wie lange jedoch ein Investment-Zyklus läuft, ist unbekannt.

Ob eine Genehmigung für das Unternehmen existiert, eine Regulierung besteht, welche Risiken existieren, wer bei Problemen haftet, wer in der Dominikanischen Republik verantwortlich für die Umsetzung ist, über all das erfährt man im Internet nichts und soll sich stattdessen an das Unternehmen selber wenden. Das zeugt nicht von Offenheit und Transparenz! Inwieweit Herr Seruga ein tragfähiges Konzept hat, ist somit unbekannt. Bedenken Sie auch, dass Sie bei Schwierigkeiten immer über Liechtenstein agieren müssen…

Unsere Empfehlung daher: Seien Sie sehr vorsichtig bei diesem Investment und prüfen Sie bei Interesse die Unterlagen gründlich bzw. fragen Sie kritisch nach!

Eine Antwort

  1. Sigg 21. November 2017

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