Smoothies: Gute Werbung, schlechtes Produkt

Eine Obstmahlzeit aus der Flasche – so praktisch kann die gesunde Zwischenmahlzeit sein.
Smoothies erobern seit Jahren die Kühlregale. Die Hersteller werben auf ihren teuren Drinks mit Begriffen wie „Pure fruit“ oder „Frucht-Traum“, doch für das Fruchtpüree aus dem Glas gibt es gar keine lebensmittelrechtliche Definition und so sind die halbflüssigen Smoothies auch recht unterschiedlich zusammengesetzt.

Ein „guter“ Smoothie sollte jedoch – laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung – zu mindestens 50 Prozent aus Obst in Stücken oder Püree bestehen und nicht nur aus Saft.

Bei einem Test nahmen die Verbraucherschützer 25 Produkte unter die Lupe. Die schlechte Nachricht vorneweg: Bei den meisten Proben war der Saftanteil größer als 50 Prozent oder blieb gleich ganz im Dunkeln. Der Spitzenreiter bestand sogar aus 100 Prozent Saft!

Alle Smoothies aus der Stichprobe in der Übersicht.

Mango-Smoothie aus Apfelsaft

Um den Verkauf der Smoothies anzukurbeln, drucken Hersteller gerne exotische Früchtenamen prominent auf die Flaschen und Packungen. Doch die machen bei weitem nicht den überwiegenden Anteil am Produkt aus. So enthielt zum Beispiel der Mango-Maracuja-Smoothie von Alnatura gerade einmal 10 Prozent Maracujasaft, dafür aber 74 Prozent Apfelmark und Apfelsaft. Auch im „innocent Smoothie Brombeere, Erdbeere, Boysenbeere“ stecken gerade einmal 8 Prozent Brombeeren, 9 Prozent Erdbeeren und 8 Prozent Boysenbeeren. Zu erkennen ist dies nur für Verbraucher, die sich die Mühe machen, aufmerksam das kleingedruckte Zutatenverzeichnis auf der Rückseite des Fläschchens zu studieren. Nach Ansicht der Verbraucherzentrale NRW, die das Unternehmen mittlerweile abgemahnt hat, ist die Etikettierung, die in großen Lettern mit der Aussage wirbt: „Smoothie: Obst zum Trinken Brombeere, Erdbeere & Boysenbeere“ irreführend.

Gewöhnlicher Saft statt Fruchtstückchen

„Frucht Traum“ nennt sich der Smoothie von Marwit. Dabei kann man bei diesem Mango-Ananas-Drink von Fruchtstückchen leider nur träumen. Dieser Smoothie besteht zu 100 Prozent aus Saft. Auch der „Knorr Vie Birne, Karotte Holunder“ von der Firma Unilever versagt gleich in zweierlei Hinsicht: Nicht nur, dass eine der angegebenen Früchte gar nicht zur Hauptzutat des Getränks gehören – der Smoothie besteht auch noch zu zwei Dritteln aus Saftkonzentrat.

Fazit: Vom puren Obstmix in der Flasche sind all diese Produkte weit entfernt. Und mit einem vergleichbar hohen Preis von bis zu 96 Cent pro 100 Milliliter ist der Früchtetraum im Glas eher ein teurer Saft.

Quelle: VBZ NRW

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