Flatrate für Schuhe – nur Abzocke?

Nach Handy-, SMS- und Sauf- Flat lockt nun „die erste Schuh-Flatrate im Internet“. Sie soll den „interessantesten Markt der Welt, den Schuhmarkt für Frauen“ aufmischen.
Aufgelegt hat das „superbequeme Flatrate-Abo“ die Firma „Heels & Pumps“. Und bringt so manche Dame ins Träumen: 180 Euro plus 15 Euro Versandkosten für eine dreimonatige Vertragslaufzeit berappen – und, so legt es das Wort „Flatrate“ nahe, unbegrenzt aus einer Auswahl von tausenden trendiger Schuhe wählen. Der Traum bleibt unerfüllt. Denn unbegrenzt heißt für Heels & Pumps: neun Paar Schuhe. Wer es verpasst, rechtzeitig zu kündigen, dem stehen im folgenden Vierteljahr automatisch weitere neun Paar für fast 200 Euro ins Haus: aus drei Kategorien, von klassisch bis sexy.

Bescheidene Auswahl aus Plastik
Gerade mal 17 Modelle standen Anfang des Monats im Showroom der April-Kollektion – fast ausschließlich aus der Kategorie „der Schuh, der jeder die Show stiehlt“ – gemeint sind High Heels. Und die sind selbst laut Hotline-Auskunft „mit Vorsicht zu genießen“. Dünn „wie ein Nagel“ schrauben sich die Absätze etwa beim Modell „Valentino“ auf eine Höhe von 14 cm. Auch der Rest der Kollektion ist kaum flacher: eine Bedrohung für jedes Parkett und für Trägerinnen mit Höhenangst. Auf der Nase liegt hier ebenso, wer Schuhe mit Leder verbindet. Da der Firma die Umwelt „sehr am Herzen liegt“, gibt’s das Schuhwerk ausschließlich aus dem „hochwertigen“ Plastik Polyurethan (PU) sowie aus Textilstoffen.

Damit nicht genug. So darf laut AGB nur einmal im Vierteljahr eines der neun Paar Stöckelschuhe umgetauscht werden. Das Risiko, dass die gewählte Größe nicht passt oder das Modell schlicht missfällt, trägt die Kundin. Das mag Frauen trösten, die auf zu kleinem (unter Größe 36) oder zu großem Fuß (über Größe 41) leben. Ihnen nämlich, so eine Hotline-Beraterin, werde der Eintritt in die Flatrate-Welt verwehrt.

Die Damen müssen sich gedulden, bis andere den Heels-&-Pumps-Weg weitergehen. Ausgeschlossen ist das nicht. Schließlich wittert die Konkurrenz „ein gutes Geschäft“ mit Blick auf den „Wahnsinnspreis“ (Heels-&-Pumps-Werbung) von 20 Euro pro Plastik-Galosche. Der Pressesprecher einer bundesweiten Schuh-Kette jedenfalls lacht: „Der Durchschnittspreis unserer Schuhe ist deutlich niedriger.“

Quelle: VBZ NRW

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