Start Verbraucherschutz Anlegerschutz Wovon finanziert die Unicorn Real Estate die zu zahlenden Zinsen?

Wovon finanziert die Unicorn Real Estate die zu zahlenden Zinsen?

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u_v8k9qzzcpb (CC0), Pixabay

Geschäftsmodell

„Das von UNICORN REAL ESTATE AG entwickelte Geschäftsmodel (sic) für die UNICORN Gruppe basiert auf die (sic) Kernkompetenz von festangestellten Architekten / Fachleuten für die Finanzierung unserer Immobilienprojekte bei Banken, sowie ein (sic) Netzwerk von ausgezeichneten Beratern.“

Abgesehen von dem holprigen Deutsch lassen sich dem Text der Internetseite https://www.unicorn-real-estate.com/ recht wenige Informationen entnehmen. Das Unternehmen erwirbt, so kann man weiterlesen, „Immobilienprojekte mit dem Schwerpunkt Denkmalschutz und setzt die optimale Wertschöpfungskette in der Immobilienwirtschaft konsequent um, von der Projektentwicklung bis zum Verkauf / Vertrieb seiner Wohnungen.“

Auf einer zweiten Seite des Unternehmens (https://unicorn-anlagen.de/) findet sich die Information, dass man dem Anleger „eine steueroptimierte Investiition (sic) mit vierteljährlicher Zinsauszahlung und einer hohen Rendite garantiert. Sie können bereits ab einer Investitionssumme von 5.000 € bei uns Anleger werden und von all diesen Vorteilen profitieren.“ Es bestehe eine Kapitalbindung von nur 3 Jahren und das mit bis zu 6,75% Rendite. Die drei Jahre kommen daher, dass man für die Umsetzung der Immobilienprojekte nur drei Jahre benötige.

Das Unternehmen

Die Unicorn Real Estate GmbH wurde Anfang 2017 in das Handelsregister eingetragen und hat ihren aktuellen Sitz in der Düsseldorfer Bilker Allee 2 (und nicht, wie auf der Webseite angegeben in der Königsallee). Geschäftsgegenstand ist: „Der Erwerb, das Verwalten und das Vermieten von Immobilien, insbesondere der Erwerb aus Zwangsversteigerungen, sowie die Verwaltung eigenen Vermögens – alles unter Ausschluss von Tätigkeiten nach dem Kreditwesengesetz. Gegenstand ist ferner das Projektmanagement, die Bauträgertätigkeit, die Vermittlung von Immobilien, die Sanierung und Renovierung von Immobilien sowie die Aufteilung in Wohnungseigentum zum Zwecke der Wohnungsprivatisierung.“ Geschäftsführer ist Norbert Traut.

Wenn nun das Unternehmen seit 2017 existiert und nur drei Jahre für einen Turnus benötigt, dann fragen wir uns, warum auf den beiden Webseiten keine abgeschlossenen Projekte vorgestellt werden? Stattdessen weist die Webseite nur drei Projekte aus.

War alles nur ein Einhorn-Märchen?

Zu Charlottenhöhe und Sattelhof lassen sich keine Informationen abrufen. Das Projekt Schwanenwerder „soll eingebracht werden in die UNICORN Schwanenwerder Projektgesellschaft (100% Eigentümer UNICORN REAL ESTATE GMBH, Düsseldorf), die das Projekt Schwanenwerder erwerben soll. Der Eigentümer der Immobilie Schwanenwerder mit einem Projektwert von ca. 15 Mio. € (s. Gutachten) wird in einem Vertrag mit UNICORN REAL ESTATE AG die Details der Einbringungen regeln bis zum 4. Quartal 2020. Der Eigentümer akzeptiert / erhält als Kaufpreis xxxxxxx Geld von der Gesellschaft und xxxxxxxxx Aktien der UNICORN REAL ESTATE AG.

Es ist geplant, das Projekt ab Erteilung der notwendigen Baugenehmigung innerhalb von spätestens 3 Jahren abzuschließen, mit dem Verkauf aller Neubaueinheiten per Einzelverkauf.“

Die entsprechende Projektgesellschaft ist aber noch immer nicht im Unternehmensregister zu finden. Dass also die Realisierung in diesem Jahr abgeschlossen werden kann, ist sehr unwahrscheinlich.

Da also anscheinend keine Projekte abgeschlossen werden, fragt man sich natürlich, wovon die vierteljährlichen Zinsen der Anleger bezahlt werden. Nun, laut einem Informanten werden diese von den Neueinnahmen finanziert! Daher resultiert die nächste Frage: Was ist mit den eingenommenen Geldern geschehen?

Wir haben dem Unternehmen natürlich diesbezüglich eine Presseanfrage gestellt und um eine Beantwortung bis zum letzten Freitag gebeten. Darauf haben wir jedoch keine Antwort erhalten, sondern eine Bitte um einen zeitlichen Aufschub.

Wir hoffen natürlich immer, dass es hierfür eine gute Erklärung gibt und sind gespannt auf diese. Sollten Sie bei dem Unternehmen investiert sein und jetzt Fragen haben, können Sie sich diesbezüglich gerne an die Anwaltskanzlei Bontschev wenden.

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