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Staatsanwaltschaft Leipzig

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Staatsanwaltschaft Leipzig

Leipzig

Strafvollstreckungsverfahren gegen Julia Raffaella Blume-

Benachrichtigung gemäß § 459i StPO
über die Rechtskraft der Einziehungsanordnung

R023 VRs 709 Js 53288/​20

In einem Strafverfahren der Staatsanwaltschaft Leipzig, Az: R023 VRs 709 Js 53288/​20, gegen Julia Raffaella Blume – geboren am 11.11.1990 – wegen gewerbsmäßiger Hehlerei in 2 Fällen sowie Betrug , ist durch Urteil des Amtsgerichts Leipzig vom 08.02.2022 nach den von dem Gericht getroffenen Feststellungen aus den von dem Verurteilten begangenen Taten ein Anspruch auf Wertersatz für die Tatverletzten entstanden.

Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt im Zeitraum vom 17.05.2020 gegen 14:00 Uhr bis zum 18.05.2020 übernahm die Verurteilte von einer nicht feststellbaren Person ein Fahrrad der Marke Radfreund City im Wert von 328,90 EUR, wobei sie aufgrund der Gesamtumstände wusste und billigend in Kauf nahm, dass das Fahrrad ihrer ursprünglichen Eigentümerin entwendet worden war, um dieses Fahrrad dann über ebay-Kleinanzeigen gewinnbringend zu veräußern. Tatsächlich war das Fahrrad der Zeugin Marie Steinbeck entwendet worden.

Am 21.05.2020 gegen 11:45 Uhr verkaufte die Angeschuldigte auf dem Parkplatz des Penny-Markts, Täubchenweg 71, 04317 Leipzig das Fahrrad an die Geschädigte Anne Solveig Bührer, wobei sie vortäuschte, die rechtmäßige Eigentümerin des Fahrrads zu sein und der Geschädigten das Eigentum am Fahrrad übertragen zu können. Im Vertrauen darauf übergab die Geschädigte ihr den vereinbarten Kaufpreis in Höhe von 90 EUR und erhielt dafür das Fahrrad. Hierbei sah die Angeschuldigte voraus und nahm mindestens billigend in Kauf, dass die Geschädigte das Fahrrad nicht behalten kann, da es aus einer Diebstahlshandlung stammt. Am 05.06.2020 musste die Geschädigte das Fahrrad an die Polizei Leipzig abgeben, weshalb ihr ein Schaden in Höhe von 90 EUR entstand.

Um der Verurteilten das aus den Straftaten zu Unrecht Erlangte wieder zu entziehen, hat das Gericht die Einziehung des Wertes des Erlangten in Höhe von insgesamt 340,00 EUR gegen die Verurteilte angeordnet. Bei der Verurteilten wurden bereits Vermögenswerte gesichert.

Die jeweils Verletzten können daher binnen einer Frist von sechs Monaten ab Veröffentlichung dieser Mitteilung bei der Staatsanwaltschaft Leipzig zu dem o.g. Aktenzeichen ihre Ansprüche unter Angabe der konkreten Anspruchshöhe anmelden. Die Anmeldung ist innerhalb dieser Frist formlos möglich und kostenfrei (§ 459k Abs. 1 StPO). Auch nach Ablauf der Frist besteht weiterhin die Möglichkeit, eine Entschädigung erhalten. Allerdings muss dann ein vollstreckbarer Titel vorgelegt werden, aus dem sich der Entschädigungsanspruch ergibt (§ 459k Abs. 5 StPO).

Eine Erlösverteilung durch die Staatsanwaltschaft kann frühestens sechs Monate nach Veröffentlichung dieser Mitteilung erfolgen. Werden Ansprüche nicht geltend gemacht, verbleibt der eventuell beigetriebene Wertersatzbetrag im Eigentum des Staates.

Es wird gebeten von Sachstandsanfragen abzusehen, da eine vorzeitige Entschädigung nicht möglich ist. Der Staatsanwaltschaft ist es zudem nicht erlaubt, im Einzelfall rechtlichen Rat zu erteilen. Bitte sehen Sie deshalb von telefonischen Rückfragen ab und lassen Sie sich ggf. anwaltlich beraten.

 

Leipzig, den 06.07.2022

 

gez. Dipl.-Rpfl.(FH) Naumann, Rechtspflegerin

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