Gehören die P & R-Container den Anlegern?

Johannes Goetz, Rechtsanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht, Versicherungsrecht und Wirtschaftsrecht, hat einen Artikel veröffentlicht, der sich mit einem Schreiben eines Anlageberaters hinsichtlich der P & R-Insolvenz und dem Containerbesitz beschäftigt. Seine Einschätzung, wie dieses juristisch zu bewerten ist und was das für die P & R-Anleger bedeutet, möchten wir Ihnen hier nicht vorenthalten:

Im Skandal um die Insolvenz der P&R Container verschicken Anlageberater wie die Helmut Hülsner Vermögensanlagegesellschaft mbH aus Grünwald derzeit Schreiben an betroffene P&R-Anleger. Es wird versucht, die P&R-Anleger zu beschwichtigen. Das Schreiben, das von Helmut Hülsner persönlich unterzeichnet ist, spricht davon, dass es eine beruhigende Tatsache sei, dass die Anleger nicht Gesellschafter der Firmen seien. Die Container stünden weiterhin im Eigentum der Anleger. Sie könnten ihr Eigentum in der Insolvenz daher aussondern. Es gehöre nicht zur Insolvenzmasse.

Typisches Vermittlerverhalten

Die P&R-Anleger, die von Helmut Hülsner oder anderen Vermittlern angeschrieben werden, erleben typisches Verhalten eines Anlagevermittlers. Gehen vermittelte Kapitalanlagen schief, sind die Vermittler oft die ersten, die die Anleger kontaktieren. Damit möchten sie vermutlich verhindern, dass Schadensersatzansprüche geprüft und geltend gemacht werden. Genauer gesagt: Schadensersatzansprüche gegen die Berater selbst!

Sind die P&R-Anleger überhaupt Eigentümer der Container?

Zu dem Schreiben ist unter anderem anzumerken: Viele Anleger dürften überhaupt gar kein Eigentum an den Containern erworben haben. Grund hierfür ist ein Verstoß gegen das sachenrechtliche Bestimmtheitsgebot. Zwar kann eine Sache übereignet werden, ohne dass sie übergeben wird. Das geht aber nur, wenn die Sache in einer Vereinbarung zweifelsfrei und eindeutig identifizierbar bestimmt wird. Eine Übereignung ohne Übergabe ist nur wirksam, wenn die übereignete Sache so bestimmt bezeichnet ist, dass sie ohne Heranziehung weiterer Umstände von anderen gleichartigen Sachen unterschieden werden kann. Bei den verschiedenen P&R-GmbHs wurden in den Kauf- und Verwaltungsverträgen keine bestimmten Container bezeichnet. Vielmehr wurden nur Stückzahl und Typenbezeichnungen angegeben. Hieraus lassen sich aber nicht einzelne Container bestimmen. Damit dürften die allermeisten P&R-Anleger kein Eigentum an den Containern erworben haben!

Mögliche Schadensersatzansprüche der P&R-Anleger

Hierüber hätte der Anlagevermittler, hier Helmut Hülsner bzw. die Helmut Hülsner Vermögensanlagegesellschaft mbH aufklären müssen, bevor die beratenen P&R-Anleger sich zur Investition entschieden. Der Erwerb des Eigentums war ein erheblicher Umstand, der für die Anlageentscheidung wesentlich war. Sollte der Anlagevermittler hierauf nicht hingewiesen haben, konstituiert dies einen Aufklärungsfehler, der zum Schadensersatz verpflichtet. Denn der Bundesgerichtshof hat bereits entschieden, dass Anlageberater dem Anleger eine richtige und vollständige Information über sämtliche Umstände schulden, die für die Anlageentscheidung von besonderer Bedeutung sind (BGH, Urt. v. 23.06.2016 – III ZR 308/15). Der Umstand, dass P&R-Anleger meist kein Eigentum an den Containern erworben haben dürften, stellt zweifelsohne einen solchen Umstand von besonderer Bedeutung dar. Das Schreiben des Helmut Hülsner zeigt aber, dass dem Vermittler offenbar bis heute nicht bewusst ist, dass das Eigentum wohl gar nicht übergehen konnte. Das Schreiben könnte daher als Beweis eines zum Schadensersatz verpflichtenden Beratungsfehlers vor Gericht dienen.

Kanzlei KMP3G berät und vertritt bereits mehrere hundert P&R-Anleger

Wer vermutet, durch einen Anlageberater fehlerhaft beraten worden zu sein, sollte sich zeitnah anwaltlich beraten lassen. Schadensersatzansprüche unterliegen, wie alle Ansprüche, der Verjährung! Die Kanzlei KMP3G Klamert + Partner Rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft aus München hat jahrzehntelange Erfahrung in derartigen Großschadensfällen und hat bereits tausenden Anlegern ihr verloren geglaubtes Geld zurückgeholt. Die Kanzlei bietet Anlegern die rechtssichere Anmeldung der Forderungen zur Insolvenz und die Prüfung und Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen. Rechtsanwalt Johannes Goetz steht für eine erste Einschätzung zur Verfügung.

Quelle: https://www.anwalt.de/rechtstipps/pr-insolvenz-schreiben-des-vermittlers-huelsner-schadensersatz-fuer-anleger_131814.html

2 Kommentare

  1. Didier 3. April 2018
    • Michael R 3. April 2018

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