Riester-Gelder für Streubomben?

Nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest / Finanztest müssen „Riester“-Sparer damit rechnen, dass ihr Geld bei Herstellern von Streubomben angelegt wird – einer besonders heimtückischen Waffe, die international geächtet ist.
Nur 12 von 174 befragten Anbietern von „Riester“-Verträgen schließen solche unethischen Investments ausdrücklich aus und konnten das auch glaubhaft belegen. In Produkten der Allianz und der Deka – dem Fondsanbieter der Sparkassen – haben die Tester sogar tatsächlich Aktien von Streubombenherstellern gefunden. In einer parallelen Befragung lehnte es die überwältigende Mehrheit der Leser ab, ihr Geld in solche Verträge zu investieren. Viele zeigten sich regelrecht schockiert, dass so etwas bei staatlich geförderten Anlageprodukten überhaupt möglich ist. Tatsächlich war es ursprünglich sogar ein besonderes Anliegen der „Riester“-Idee, mit solchen Verträgen gerade ethische und nachhaltige Geldanlagen zu fördern.

Die Verbraucherzentrale Bremen fordert die „Riester“-Sparer auf, alle Anbieter zu boykottieren, die nicht glaubhaft zusagen können, dass Gelder nicht in Anleihen oder Aktien von Herstellern von Streubomben oder anderen besonders grausamen und heimtückischen Waffen angelegt werden. Sie empfiehlt, grundsätzlich auf ethische, soziale und ökologische Kriterien zu achten und deshalb Hersteller von Rüstungsgütern bei der Geldanlage generell zu meiden.

Die Verbraucherzentrale wird die Allianz Bremen und die Vorstände der Sparkassen in Bremen und Bremerhaven anschreiben und sie auffordern, bei ihren Fondsgesellschaften darauf hinzuwirken, dass die unethischen Investments bei Streubombenherstellern sofort beendet werden.

Angesichts der windelweichen und oft ausweichenden Reaktionen vieler Anbieter sollten ethisch bewusste „Riester“-Sparer ihre Gesellschaften anschreiben und eine klare Zusage fordern, dass ihr Geld nicht bei Streubomben – und anderen Waffenproduzenten angelegt werden. Andernfalls sollte die Rote Karte gezückt und zu einem anderen Anbieter gewechselt werden. Anleger, die sich eingehender mit nachhaltigen Geldanlagen befassen möchten, können bei der Verbraucherzentrale die kostenlose Broschüre „Klimabewusst Geld anlegen“ erhalten.

Quelle: VBZ Bremen

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